Panel IV

Speakers

Gender-Bodies-Politics-Potentials

Leitung Bettina Schroeter

Da Geschlechterstereotypien in einem unsichtbaren und schleichenden Prozess der Verkörperung von Konventionen, Normen, Rollenvorstellungen und Verhaltensmustern übernommen werden, sind sie tiefer verwurzelt und nachhaltiger wirksam als vordergründige liberale Gleichheitsbestrebungen der westlichen Welt. Körperpsychotherapie hat die besondere Möglichkeit sowohl auf gesellschaftliche Verhaltensmuster und individuelle Charakterstrukturen einzuwirken ebenso wie biologische und energetische Ressourcen freizusetzen, die allen Geschlechtern erweiterte Wahlmöglichkeiten und Verhaltensspielräume jenseits sozialer Klischees zur Verfügung stellt. An der erlebten Schnittstelle von Rollenzwängen und verkörperten Potentialen beginnt sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Veränderung. Mehr erfahren....


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Leitung Bettina Schroeter

Dipl. Päd., HP, ECP, Körperpsychotherapeutin, Supervisorin und Dozentin für KPT, Leiterin und Gründerin des Aus-und Fortbildungszentrums für  Transformative Körpersychotherapie, Berlin, EABP Mitglied seit ihrer Gründung. Gestaltung und Moderation.  Von Panels zu Genderfragen in der KPT an verschiedenen DGK- and EABP Kongressen mit anderen deutschen Kolleginnen. Mitherausgeberin von:“ Verkörperungen von Weiblichkeit. Gendersensible Betrachtungen körperpsychotherapeutischer Prozesse”

The Big Five of Mothers oder: Der normale Klient ist eine Mutter.

Anne Meinhold

70% der KPT Klienten sind weiblich und ca. 75% von ihnen haben Kinder. D.H.: Der normale Klient ist eine Mutter! Seit Jahrtausenden gilt Selbstlosigkeit als Essenz von Mütterlichkeit. Den Preis der Selbstlosigkeit sehen wir bei unseren Klientinnen, (die Mütter sind) oft in 5 typischen Phänomenen wie Überforderung, chronischen Schuld- und Unzulänglichkeitsgefühlen, mangelndem Selbstbewusstsein und Erschöpfung. In der psychotherapeutischen Theorie wird dabei die subjektive Perspektive der Mutter in Schwangerschaft, Geburt und Mutter-Kind- Bindungen oft vernachlässigt. Wie kann KPT kann helfen, das kreative und transformative Potential dieser weiblichen Potenzen zu realisieren und unrealistische idealisierte Mütterbilder zu revidieren, um den vorprogrammierten Burnout von Selbstlosigkeit zu vermeiden?
Anne Meinhold
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Anne Meinhold

Anne Meinhold; Berlin, drei Kinder und ein Bonus-Kind. Ausbildung als Artistin; tätig als freischaffende Künstlerin; Körperpsychotherapeutin und Supervisorin, NLP-Master, PITT- Traumaterapeutin, Studium Erwachsenbildung. Als Körperpsychotherapeutin in freier Praxis mit Einzelklienten, Paaren, mit kriegstraumatisierten Menschen tätig; Leitung von Traumatherapiegruppen für Frauen aus Kriegsgebieten, Trainerin für Kommunikation, Teams und Führung.

Gender Stereotypen in der östlichen und der westlichen Kultur

Edoardo Pera

Ich arbeitete viele Jahre in Projekten zu den Themen geschlechtsbezogener Gewalt, Trauma und Flüchtlingen im Nahen Osten und anderen östlichen Ländern. Geschlechterstereotypen betreffen sowohl Männer als auch Frauen. Es ist interessant, die Unterschiede zwischen diesen Stereotypen in der westlichen und östlichen Kultur zu analysieren. Manche Dinge können nicht per Gesetz geändert werden, sie fordern eine psychische und emotionale Bildung. Was sind die Emotionen und Gefühle hinter Diskriminierung und Geschlechterstarrheit? Hinter Angst, Sexophobie, Wut? Können Männer und Frauen ohne emotionale Überreaktion mit diesen Unterschieden konfrontiert werden? Können wir Unterschiede auf unserem gemeinsamen Weg erkennen?
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Edoardo Pera

Edoardo Pera, Psychotherapist with private practice in Rome: Analytical - Body Approach, Gestalt, EMDR, Family Constellations, Mindfulness. Trainer for SIAR (Società Italiana di Analisi Reichiana). International Consultant for projects in Jordan, Syria, Nepal, Tanzania, Irak–Kurdistan (concerning Psychotherapy, Trauma, Resilience, Psychological First Aid, Men Involvement, SGBV).

Ungeteilte Gender Identitäten

Irena Markus

Eine der zentralen Formen, in der sich Machtstrukturen ausgedrückt haben, besteht in der Schaffung von Spannungen auf Grund der zweigeteilten Machtverteilung, die oft geschlechterbezogen ist. Dabei gilt das Männliche als kraftvoll und dominant und das Weibliche als machtlos und submissiv. Gender Identitäten, die sich außerhalb dieser binären Gender Stereotypien bewegen, wie zum Beispiel „Butch-Femme“, Transgender, Gender-Queer werden als abnorm betrachtet und werden als solche nicht als wertvolle Erfahrung angesehen.
Körperpsychotherapie kann den Verkörperungsprozess von anderen nicht-binären Identitäten durch die Verkörperung von marginalisierten nicht-binären Geschlechtsidentitäten unterstützen, indem sie einen neuen Kontext schafft, der Geschlechteridentitäten als neue Form von Erfahrung anerkennt, mit neuen Bedeutungen und geschlechtlichen Machtbeziehungen.
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Irena Markus

Irena Markus, Körperpsychotherapeutin, arbeitet in privater Praxis in Tel Aviv, Israel, Supervisorin im
Gesundheitssystem, Gruppenleitung und Lehrtherapie, Gendersensible Perspektiven auf KPT und therapeutische Prozesse.

Pioniere eines neuen Mann Seins

Marc Rackelmann

Seit geraumer Zeit machen sich viele Männer auf den Weg zu einem modernen Mann Sein. Dazu gehören u. a. gleichberechtigte partnerschaftliche Modelle, engagierte Vaterschaft und die Pflege ihrer Beziehungen mit ihren männlichen Freunden. Das widersprüchliche Nebeneinander von alten Rollenerwartungen – nicht nur in der Arbeitswelt – und neuen Lebensmodellen führen dabei oft zu Konflikten. Anders als bei der Frauenbewegung fehlt Männern in ihrer Suchbewegung noch ein einigendes und attraktives Leitbild eines anderen Mann Seins. Gerade die Körperpsychotherapie kann Männer darin unterstützen, einen achtsameren Umgang mit sich selbst zu finden, beziehungs- und konfliktfähiger zu werden und sich positiv in ihrem Mann Sein zu verankern.
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Marc Rackelmann

Marc Rackelmann, Jahrg. 1964, Dipl. Pol., HP Psychotherapie, ECP, ist Körperpsycho,- Paartherapeut und Supervisor in eigener Praxis in Berlin. Er bildet sich seit Jahren weiter im Sexual Crucible Ansatz David Schnarchs, in der Sexualtherapie Sexocorporel, sowie in prä- und perinataler Arbeit bei Matthew Appleton. Frühere Tätigkeit in der Jugend- und Erwachsenenbildung mit jungen Männern zu dem Thema Männlichkeit und Sexualität. Mitglied der DGK, der EABP, Peer Reviewer des IBPJ, lange im Vorstand der Wilhelm-Reich-Gesellschaft und er plante diesen Kongress mit. Autor von Veröffentlichungen u. a. zur Paartherapie und des 2017 erschienen Buches über männliche Sexualität: Make Love – das Männerbuch.